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Internationale Projekte


"Grenzüberschreitendes Netzwerk in der Suchtvorbeugung für die Euroregion Pomerania, Projektphase I bis III


Vor dem Hintergrund zunehmender sozialer Probleme in der Bevölkerung der Grenzgebiete, konkret in den Regionen Greifswald, Szczecin und Kolobrzeg (erhöhter Drogenkonsum, Drogenschmuggel, steigende Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Ausländerfeindlichkeit) haben sich die Regionalstelle für Suchtvorbeugung und Konfliktbewältigung Greifswald (RSK) sowie Fachkräfte der Universitäten Greifswald und Szczecin sowie Spezialisten des Evangelischen Krankenhauses Bethanien der Johanna-Odebrecht-Stiftung Greifswald entschlossen, im Bereich der primären Suchtvorbeugung als Gegenmaßnahme grenzüberschreitende und koordinierte Netzwerke aufzubauen.


In den Jahren 2002 bis 2012 wurden im Rahmen des Projekts "Grenzüberschreitendes Netzwerk in der Suchtvorbeugung..." drei Phasen durchgeführt (Phase I – 2002 bis 2003, Phase II – 2005 bis 2007, Phase II – 2009 bis 2012). Zielgruppe der ersten beiden Projektphasen waren Schüler der 5./6. sowie der 7. bis 9. Klassen, in der dritten Phase waren es Kinder im Vorschuljahr des Kindergartens und im jüngeren Schulalter in der Grundschule


Nachdem in umfangreichen Befragungen einerseits bestehende Konsummuster der Kinder und Jugendlichen im nordöstlichen Grenzgebiet Deutschlands bzw. nordwestlichen Grenzgebiet Polens, andererseits relevante Faktoren für die Entwicklung von Einstellungen und Lebenshaltungen hinsichtlich des Umgangs mit Drogen verschiedenster Art (Eltern/Familie, Peer-Group etc.) erforscht worden waren, richtete sich die Arbeit auf die Ausbildung von studentischen Fachkräften für die Suchtprävention. Sie fand im Rahmen des Lehramtsstudiums statt, so dass die Studierenden als Multiplikatoren der Suchtvorbeugung in den Schulen eingesetzt werden konnten.


Ein weiterer Schwerpunkt waren die Bemühungen, durch verschiedene Veranstaltungsformen (Seminare, Workshops etc.) die Handlungskompetenz der Eltern in dieser Hinsicht zu erhöhen. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Vorhaben und eine dauerhafte Wirksamkeit konnten jedoch nur gewährleistet werden, indem ein klar strukturiertes Netzwerk all jener Kräfte gebildet wurde, die in verschiedenen Rollen/Positionen am Erziehungsprozess der Kinder/Jugendlichen beteiligt sind (Lehrer, Eltern, Studierende, Psychologen/Fachkräfte der Suchtprävention). Die dritte Phase des Projekts basierte in ihrer Konzeption auf den dort erzielten Ergebnissen und bildete damit eine unmittelbare Fortsetzung.


Das bestehende Netzwerk sollte in der geplanten dritten Phase weiter gestärkt und ausgebaut werden, um einen andauernden Erfolg zu gewährleisten. Aus den Befragungen hatte sich u.a. ergeben, dass das Einstiegsalter für Drogen insgesamt sinkt. Dabei muss insbesondere die Haltung zu Alkohol und Nikotin besondere Beachtung finden. Zudem bilden sich entsprechende Einstellungen, welche die Voraussetzung für einen potenziellen Drogenkonsum bilden, schon erhebliche Zeit vor dem ersten direkten Kontakt mit Drogen aus. Demzufolge muss eine sinnvolle Prävention ebenfalls wesentlich früher ansetzen. Zielgruppe dieser Projektphase waren deshalbjüngere Kinder in Kindergarten und Grundschule.


In der Durchführung des Projektes und seiner Evaluation in den Phasen I bis II, sowie aus aktuellen Einsichten in die Entwicklung des Missbrauchs von Drogen in unserer Grenzregion zeigte sich, dass weiterhin dringender Handlungsbedarf im Bereich der Suchtprävention besteht und besondere Anstrengungen im Umgang mit problemhaften Heranwachsenden erforderlich ist.